“Der schwarze Tod”

Joseph Henry Blackburne

* 1841 + 1924



Seine Biographie:

Joseph Henry Blackburne (Manchester, 10. Dezember 1841 –
1. September 1924) war ein britischer Schachmeister.
Er lernte nicht vor seinem 19. Lebensjahr das Schachspiel, aber aufgrund seiner Begabung machte er sehr schnelle Fortschritte und befand sich verhältnismässig rasch unter den besten Spielern seine Landes.
Die Folge war, dass er 1868 seine Geschäfte aufgab, um sich als Berufspieler zu etablieren.

Seine Schachlaufbahn zog sich über 52 lange Jahre hin:
seit dem Turnier 1862 von London bis kurz vor seinem Ableben, zuletzt bei den City of London Club Championships 1918/19, die er allerdings vorzeitig wegen schwerer Krankheit abbrechen musste.
Er nahm an insgesamt 53 Wettbewerben teil, spielte 814 offizielle Partien und erreichte einen Koeffzienten von 62 %.

Sein Spielstil war eine Mischung von methodischem Kalkül und einer begeisternden Vorstellungskraft,

die oft über das Ziel hinaus schoss, so dass es des öfteren an Beständigkeit mangelte.

Er gewann das äusserst stark besetzte Turnier von Wien 1873, wo er den ersten Platz belegte, aber gleichauf in Punkten mit Wilhelm Steinitz. Allerdings verlor er aber den anschliessenden Stichkampf gegen den späteren Weltmeister. Bei diesem Turnier gewann er aber auch gegen Adolf Anderssen.

Mit 27 Jahren gewann er seine erste britische Meisterschaft.
Anlässlich des Berliner Turnieres von 1881 belegte er wieder den ersten und in Manchester 1890 den 2. Platz, unmittelbar hinter Dr. Tarrasch.
Eigentlich landete er immer unter den vorderen 6 Plätzen bei seiner Teilnahme an den verschiedenen Tunieren und während seines gesamten aktiven Schachlebens befand er sich im Bereich der Weltspitze.
Schliesslich gelang es ihm, schon im fortgeschrittenen Alter von 72 Jahren noch eine englisches, international besetztes Turnier zu gewinnen.

Blackburne war tief beeindruckt von Paul Morphy’s

Spielweise, die seinerzeit eine wahrhaftige Begeisterung hervorrief, als er in England verschiedene Partien spielte. девочкa рaздвинулa попку


Direkte Begegnungen gewann er gegen Henry Edward Bird, Isidor Gúnsberg und Johannes Zukertort, wurde aber in dieser Art von Wettbewerben von Wilhelm Steinitz und Dr. Emanuel Lasker besiegt.

Ausserdem war er ein grossartiger “Blind- und Simultan-Spieler”, wobei diese Vorstellungspartien ihm die grössten Einnahmen verschafften.

Er starb in Lewisham im Alter von 83 Jahren.

Blackburne auf den grossen Turnieren seiner Zeit

London 1872

Stehend von links nach rechts: Barón Kolisch, Bernhard Horwitz, William Norwood Potter, Johann Löwenthal, Henry Edward Bird, Joseph Henry Blackburne und ein Amateur.
Sitzend von links nach rechts: Wilhelm Steinitz, H.F. Gastineau y Cecil de Vere
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Dresden 1892


Stehend von links nach rechts: Heyde, Schmid, Blackburne, Noa, Hoffer, Von Scheve, Walbrodt, Zwanzig.
Sitzend von links nach rechts: Loman, Schottländer, Winawer, Mason, Schallopp, von Bardeleben, Tarrasch, Mieses, Albin, Alapin.
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Hastings 1895


Stehend von linsk nach rechts: Albin, Schlechter, Janowski, Marco, Blackburne, Maroczy, Schiffers, Gunsberg, Burn y Tinsley.
Sitzend von links nach rechts: Vergani, Steinitz, Chigorin, Lasker, Pillsbury, Tarrasch, Mieses y Teichmann. Die anderen Turnierteilnehmer wie: Bardeleben, Walbrodt, Mason, Bird und Pollock erscheinen nicht auf dem Bild.
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Nürnberg 1896

Auf dem Foto: Blackburne, rechts von Steinitz,
also der 6. von rechts
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Wien 1898

Stehend von links nach rechts: Schwarz, Schlechter, Fähndrich, Caro, Maroczy, Showalter, Marco, Alapin, Halprin, Baird y Burn.
Sitzend von links nach rechts: Tarrasch, Blackburne, Pillsbury, Steinitz, Chigorin, Janowski, Schiffers y Lipke. Die anderen beiden Teilnehmer wie Walbrodt y Trenchard sind nicht auf dem Bild.
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Noch weitere Fotos des “schwarzen Todes”:




Blackburne und der Whisky

“Einer der sonderbarsten Persönlichkeiten in der Schachgeschichte ist ohne Zweifel Joseph Henry Blackburne.

Er war ein Mann des starken, aber auch wechselhaften Charakters, der leicht aufbrauste und zu Depressionen neigte, so dass viele seiner selbst erlebten Anekdoten zu dem Spitznamen “Der schwarze Tod” führten.
Dieser Spitzname war aber auch damit begründet, dass er oft einen Spielstil vorlegte, der die Gegner geradezu “vom Brett fegte”. Man ging sogar soweit ihn “als die schwarze Pest” zu bezeichnen, weil er seinen Kontrahenten oft überhaupt keine Chance bot und sie wie von “der Pest angesteckt” dahinsiechten.

Um sich eine Vorstellung zu machen, wie wechselhaft er war, muss man an seine verlorene Partie gegen Wilhelm Steinitz

erinnern, wobei den Quellen nach Steinitz ihn beleidigt und sogar angespuckt haben soll, was zur Folge hatte, dass Blackburne ihn kurzer Hand aus dem Fenster warf.
Allerdings spielten die Herren im Erdgeschoss, so dass der “Fensterwurf“ ohne weiteren Folgen blieb.

Wir erweitern das Bild seiner unberechenbaren Persönlichkeit und haben ein dokumentiertes Vorkommnis als Beispiel genommen:
Während einer Simultanvorstellung an der Universität von

Cambridge


dachten die Studenten, dass es leichter sei, gegen den Meister zu gewinnen, wenn sie an jedes Tischende eine Flasche Whisky mit Trinkglas hinstellen würden. Gemacht und getan!
Am Ende der Simultanvorstellung hatte Blackburne beide Flaschen Whisky ausgetrunken und alle Partien in Rekordzeit gewonnen.

Eine andere Anekdote anlässlich einer der vielen Simultanvorstellungen erzählt, dass er einfach das

Glas Whisky seines Gegenspielers austrank, als der überaus nervöse Kontrahent gerade dabei war, sich zu konzentrieren und den anstehenden Zug zu überlegen.
Nach Beendigung der Vorstellung ging Blackburne auf seinen entsprechenden Spielpartner zu und sagte ihm, dass er in dem Augenblick, als er einen Bauern gewinnen konnte, sich erlaubt hätte, dessen Whisky zu trinken…….

Treu seinen Vorsätzen stellte er eine Theorie auf, dass man beim
Genuss von Whisky

besser Schachspielen könne.

Dieser Vorstellung ist er bis in damalige hohe Alter von 83 Jahren gefolgt.

Quelle: “Hechiceros del Tablero” und Kommentare

von Herrn Mario Ziegler

Sitges (Barcelona), im August 2009

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