Die siebte Reihe


gemalt von Elke Rehder

von Harold L. Bearce, United Kingdom

angepasst und illustriert von Frank Mayer

Text:

Der silberne König lächelte, während er das Schlachtfeld genau beobachtete.

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König Charles hatte bestimmte Gründe zufrieden zu sein.
Seine Kampftruppen zählten mit einen listigen Springer und einem unerbittlichen Läufer, während die Kräfte des Gegners aus Bronze fast schon erschöpft waren.
Es schien nach einem sicheren Sieg auszusehen.

Charles konnte feststellten, dass der bronzene König ordenlich schwitzte, als er die Lage auf den 64 Feldern genau überprüfte, um den ihm gegenüberstehenden silbernen Truppenverband einzuschätzen.

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William ist so einfältig…”, dachte Charles.
“Nie hat er gegen mich gewonnen, nicht einmal war in der Nähe eines Sieges.
Es war sicher auch ganz abwegig, alle Figuren und Kräfte zu opfern, um zu dieser Stellung zu kommen.
Er lernt nie dazu. Jetzt wird er wohl merken, dass es nichts anderes als eine Niederlage geben wird.”

Der Kampf
gemalt von Elke Rehder

Charles wandte sich an seinen treuen Untertanen, die sich noch auf dem Schlachtfeld befanden und sprach zu Ihnen:
“Meinen Glückwunsch, Ihr Herren Ritter. Sehr gut gemacht!
König William mag kein grosser militärischer Führer sein, aber er ist ein Mann von Mut und Ehre.
Es wird nicht mehr lange dauern, dann legt er sein Schwert nieder und der Sieg ist auf unserer Seite.”

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König Charles sah, wie sein Gegner aus Bronze die Augenbrauen hob, danach sein Schwert zog und sagte:
“Charles, endlich hast Du Deine Partie gefunden. Ich bleibe jedoch trotz Deiner Stärke und werde Deiner Macht widerstehen.
Ich werde den Sieg aus dem Rachen der Niederlage reissen.
Charles sah dann, dass sich William an seine letzte Figur wandte
und ihr befahl: “Winston, vorwärts, vorwärts!”

Kalter Schweiss lief über Charles Gesicht, als er feststellte, was auf ihn zukam.
Es war etwas vollkommen Unerwartetes.


Der silberne Springer und der Läufer fingen an schrecklich zu zittern, eigentlich wehrlos gegenüber dem, was gleich geschehen würde.


Winston, der bescheidene Bauer,

zweifelte, ob er weiter vorrücken sollte und somit noch isolierter dastehen würde.
Sein König flehte ihn an: “Winston, aufgrund der Treue zu Deinem König und der Ehre zu Deinen Gefährten, schreite VORWÄRTS!”

Winston nahm sich ein Herz und rückte von der siebten auf die achte Reihe vor.

Dann streckte er seine Arme nach oben und verneigte sich nach hinten, sah zum Himmel und rief triumphierend aus:


„Ein langes Leben für den König!”

Die Metamorphose war vollzogen.

Nachdem er an sein Ziel gekommen war, verwandelte er sich in Mary, die geschlagene Königin, viel mächtiger als die Springer und Läufer, die Stärkste auf dem Platz.
Der silberne Springer und der Läufer zogen sich zurück, um einen Fluchtort zu suchen, während Charles sich vor seinem Kollegen aus Bronze verneigte.

Er bot ihm sein Schwert an, fiel zu seinen Füssen als Zeichen der Niederlage, um sich letzlich seinem Sieger zu ergeben.


Der König ergibt sich
gemalt von Elke Rehder

Sitges (Barcelona), im Juli 2009

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