Von der Liebe zum Schach

 

 

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Kuba. La Habana. Ende 1912

Die Rückkehr des jungen Capablanca in die Hauptstadt der Insel hatte eine grosse Erwartung hervorgerufen.

Es ging das Gerücht um, das der grossartige kubanische Schachspieler inzwischen so berühmt geworden sei, weil er mit nur 20 Jahren 1909 bei einer Begnung den nordamerikanischen Meister

 

 

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Frank Marshall

mit dem Ergebnis (+8 -1 =14) geschlagen habe und danach zum Gipfel der Schachgöttin “Caissa” aufgestiegen sei, nachdem er auch noch das Internationale Turnier von San Sebastian 1911 gewonnen hatte:

 

 

Gran Casino de San Sebastián 1911 José Raúl Capablanca

Ausserdem habe er sich unsterblich in ein nordamerikanisches Mädchen verliebt; eine Liebe, die mit einer Heirat verbunden sei.
Hinter vorgehaltener Hand wurde weitergetragen, dass Capablanca sich auf einem Schiff in Richtung La Habana befände, um seine Flitterwochen dort zu verbringen.

Nachdem nun der Dampfer im Hafen eingelaufen war, stürzte sich eine Heerschar von Zeitungsreportern und Fotografen auf die Besatzung und bestand darauf, sie zu der Kabine des Brautpaares zu bringen.
Am Fusse der Einstiegstreppe warteten die Eltern und viele Freunde.
Eine Musikkapelle stimmte die Nationalhymne an und viele Rosen- und Gardeniensträusse sollten der Braut als Zeichen eines fröhlichen Willkommens übergeben werden.

Langsam öffenete sich die fragliche Kabinentür und dort erschien

José Raúl, jedoch ohne die “romanhafte” Begleitung,

 

 

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die von telegrafischen Nachrichten angekündigt worden war.

Seine Geschwister, die seine “Liebesaffären” nur zu gut kannten, bedrängten ihn mit Fragen über Fragen.
Capablanca etwas zurückhaltend mit seinen Antworten, gab schliesslich zu, “dass da was gewesen sei während der langen Seereise, aber ohne eine bleibende Bindung”.

Die Geschichte durch ihre unergründbare Zeitreise, erlaubt uns doch hin und wieder das Auf und Ab ihrer Hauptdarsteller zu beleuchten.

Bezüglich des Privatlebens von Capablanca können wir bestätigen, dass er sich verhältnismässig bald nach seiner Rückkehr in den Ehestand versetzte; allerdings ging diese Verbindung bald in die Brüche.
Über lange Jahre hatte er ständig erotische Beziehungen, bis er sich dann im “fortgeschrittenen” Alter von 50 Jahren mit der ehemaligen russischen Prinzessin Olga Dagodaev verheiratete:

 

 

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In der Tat war Capablanca eine herausragende und sehr attraktive Erscheinung, und er war stets von einer Gruppe von Bewunderinnen umgeben.

Immer zu gewinnen, war sein Lebensziel!”

In der psychoanalytischen Fachsprache, wie der bekannte
amerikanische Grossmeister

 

 

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Dr. Reuben Fine

hervorhob, war in Capablancas Unterbewusstsein stetig das Ziel seines Privatlebens, ‘eine Frau zu erobern, wie Don Juan, verlor jedoch jegliches Interesse an ihr, sobald er einmal mit ihr geschlafen hatte’.

Anmerkung:
Seinerzeit wurde schon immer in den “eingeweihten” Schachkreisen gemunkelt, dass Capablanca sich häufig “amourös” erfreute, um sich entsprechend auf die Schachturniere vorzubereiten.

Nun, genug aus Capablanca’s Privatleben und kommen wir zurück zum eigentlichen Schach:

Nationales amerikanisches Turnier
New York vom 19. Januar bis zum 5. Februar 1913
Hierbei setzte sich Capablanca mit einem fantastischen Ergebnis
+ 9 (aus 13 Runden) durch.

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Dieses hervorragende Abschneiden veranlasste den Bürgermeister von La Habana zusammen mit dem örtlichen Schachklub dieselben Spieler auch zu einem Treffen in die Hauptstadt einzuladen.
Alle Beteiligten stiegen an Bord des Dampfers “Saratoga”, der seit Ende des 19. Jahrhunderts regelmässig zwischen New York und La Habana verkehrte, wenn kein Hurrikan dazwischen kam, und stellten sich dem doppelrundigen Wettbewerb in der Zeit vom
15. Februar bis zum 6. März 1913.
Spielort:

 

 

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Hotel Plaza, La Habana

Schliesslich sagten folgende Spieler zu:
Jaffe, Kupchik, Chajes, Janowski, Marshall, Capablanca, Blanco und Corzo:

 

 

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Internationales Turnier in Habana 1913:

Nachstehend die Einzelergebnisse:

 

 

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und die Gesamtklassifikation:

 

 

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Wie wir aus den vorstehenden Ergebnissen und Tabellen entnehmen, konnte Capablanca seinen unangefochtenen Sieg von New York nicht wiederholen und wurde von Frank Marshall überholt, der ihn dieses Mal schlagen konnte und auch noch gegen Janowski gewann.

Abschliessend dürfen wir noch einige offenherzige Sätze aus Capablancas Buch: “Meine Schachlaufbahn”

 

 

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wiedergeben:

“Es gab Augenblicke in meinem Leben, bei denen ich nahe daran war zu denken, dass ich niemals einen Partie verlieren könne.
Danach stellten sich jedoch einige Niederlagen ein, und ich sah mich gezwungen, wieder von der Welt der Träume auf die Erde zurückzukehren.”

Quelle: Ángel Jiménz Arteaga

Sitges (Barcelona), Juli 2009

Ein Gedanke zu „Von der Liebe zum Schach

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