Das Schach gesehen mit den Augen von Intellektuellen:

S c h a c h


Gemalt von Paul Klee

Von José Rincón – übersetzt und illustriert von Frank Mayer

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Zwei Zwillingsheere

die schonungslos kämpfen

auf dem engen Weg eines Schachbrettes.

Vierundsechzig Felder,

weisse und schwarze,

für zweiunddreissig Figuren.

Gemalt von Nicolas Sphicas

Ruhige Bauern,

hinter denen sich unruhige Krieger

verstecken.

Gemalt von Elke Rehder

Freibauern und Bauernpaare,

die schlimme Gefahren voraussagen.

Umgewandelte Bauern

als tödliche Metamorphose.

Teuflische Springer

suchen die doppelte Drohung.

Gemalt von José Ermithano Lugo Bulted

Selbstmörderische Läufer

speien wie Drachen

ihre tödlichen Feuer.

Gemalt von Elke Rehder

Verdoppelte Türme

erzwingen eine schreckliche Blockade.

Angegriffene Damen

und zerstörerische Damen.

Könige, die verteidigen

und Könige, die sich ergeben.

Gemalt von Elke Rehder

Schachs und Schachmatts.

Gemalt von José Manuel Terren Escriche

Vermeidbare Schachmatts,

vermiedene Schachmatts,

bekannte Matts,

vergessene Matts.

Remise durch Pattstellungen.

Gemalt von Elke Rehder

Routinezüge

und überraschende Kombinationen.

Komponiert von Jesús Encinar

Läuferpaare, die zu nichts dienen.

Doppelbauern, die gewinnen.

Figuren, die man gewinnt,

Partien, die man verliert.

Hinterhalte….

Das Schach ist so logisch,

dass es magisch wird.

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Sitges (Barelona), November 2009