Rudolph Charousek – Ein Stern, der zu früh erlosch

.
.
copyright chessgames.com
Rudolf Charousek wurde am 19. September 1873 in Prag (damals noch Böhmen) geboren.
Seine Schachlaufbahn war kurz und brillant.
 
 
Er fing mit 16 Jahren an, Schach zu lernen während seiner Studien für das Rechtswesen.
Es wird erzählt, als er seinerzeit noch nicht einmal Geld besass, sich Schachbücher zu kaufen; so schrieb er das Handbuch des Schachspiels von Bilguer und von der Lasa ab:
.
.

.
.

Sein leidenschaftlicher Stil identifizierte sich absolut mit dem Postulat (Förderung) des “romantischen Schachs”.
 
 
Während der Jahre 1893 und 1896 widmete er sich dem Fernschach auf dem Korrespondenzwege, eine Disziplin, die ihm erlaubte, bemerkenswerte Fortschritte in der Qualität und Tiefe seines Stiles zu erzielen.
.
.

.
.

copyright wikimedia.org.
Bei dem Turnier in Nürnberg 1896 erreichte er nur den 18. Rang,  hatte jedoch die Genugtuung, Dr. Emanuel Lasker zu besiegen, der schliesslich als Sieger des Turnieres hervorging.
Im gleichen Jahr spielte er bei dem starken, internationalen Turnier in Budapest und konnte sich schon den 1. Platz mit
Michail Tschigorin teilen.
.
.

.
.

copyright ajedrez32.com
Dr. Emanuel Lasker und Wilhelm Steinitz nahmen allerdings nicht teil, weil sich beide auf den Revanchekampf um die Weltmeisterschaft 1896 vorbereiteten.
1897 gewann Rudolf Charousek das Turnier von Berlin:
.
1.

.
.

 
 
Das Familienfoto:
.
                                            DasDas.

.
.

4.Reihe: Schlechter, Heyde, 3.Reihe: unbekannt, Burn, Marco, von Popiel, Heinrichsen, Blijkmans, Dimer, 2.Reihe: Charousek, Janowski, Thalheim, Zinkl, Harmonist, Winawer, W. Cohn, Teichmann, Albin, 1.Reihe (sitzend): Ranneforth, Caro, Metger, Alapin, Süchting, Tschigorin, Schiffers, Bierbach
copyright Berliner-Schachverband.de
und im Jahre 1898 teilte er sich anlässlich der Turniere in Köln und Budapest jeweils den 2. Platz.
 
 
Hier noch einmal eine Zusammenfassung:
 
 
Turniere und Wettkämpfe
 
 
Die aktive Laufbahn des Rudolf Charousek umfaßt etwa fünf Jahre, in denen er jedoch sein großes Talent mehr als nur einmal aufblitzen ließ. Mit seiner Spezialeröffnung, dem Königsläufergambit, bezwang er in Nürnberg gar den amtierenden Weltmeister und späteren Turniersieger Lasker. Im Budapester Turnier von 1896 unterlag er dem russischen Meister Tschigorin erst im Stichkampf mit 1:3.
 
 
• Budapest 1893, Wettkampf gegen Makovetz +1 -2 =3
• Budapest 1895, Wettkampf gegen Exner +6 -1 =3
• Budapest 1895, Wettkampf gegen Maroczy +2 -6 =6
• Nürnberg 1896 12.
• Budapest 1896 1./2.
• Berlin 1897 Sieger
• 11. DSB-Kongreß Köln 1898 2.
 
Danach erkrankte er an Tuberkulose.
 
 
Infolgedessen wurde er in ein Sanatorium von Meran eingeliefert, aber alle Massnahmen zur Besserung seiner Gesundheit,  brachten keine Erfolge (damals war die Tuberkulose unheilbar).
Er befand sich demnach schon am Ende einer glänzenden Laufbahn, die gerade erst angefangen hatte.
.
.

.
.

copyright Berliner Schachverband
Mit überragenden Eigenschaften ausgerüstet könnte man ihn mit den genialen Paul Morphy und José Raúl Capablanca verglichen haben.
Er wäre vielleicht sogar Schachweltmeister geworden, denn
Dr. Emanuel Lasker war nicht abgeneigt, gegen ihn um die Krone zu spielen.
 
 
Rudolf Charousek lebte bis zu seinem Ende in Ungarn und starb in Budapest am 14. April 1900 im dem jugendlichen Alter von 26 Jahren.
Noch einige technische Daten:
 
Weltrangliste und Elo-Werte von Rudolf Charousek
 
Ratings
.
.

.
.

Abschliessend geben wir Ihnen noch eine seiner besten Partien bekannt, die er gegen Michail Tschigorin gewann:
 
Charousek – Chigorin (Budapest, 1896)
 
1.  e4 e5 2.f4 exf4 3.Lc4 Sc6 4.d4 Sf6 5.e5 d5 6.Lb3 Lg4 7.Dd3 Sh5 8.Sh3 Sb4 9.Dc3 Sa6 10.0-0 Le2 11.La4+ c6 12.Lxc6+ bxc6 13.Dxc6+ Ke7 14.Sxf4 Sxf4 15.Lxf4 h6 16.Sc3 Lc4 17.e6 Tc8 18.Lc7 fxe6 19.Lxd8+ Txd8 20.Db7+ Td7 21.Tf7+ Kxf7 22. Dxd7+ Le7 23. Te1 Te8 24. b3 Kf8 25. bxc4 1-0
Endstellung
.
.

.
.

Nachstend ein Foto seiner ewigen Gedenk- und Ruhestätte auf dem Hauptfriedhof von Budapest, das uns freundlicherweise von Herrn Rob Bijpost (Holland) zur Verfügung gestellt wurde.
.
.

.
.

+++++++++++++++++
Quelle: Alex García, ajedrez32.com
Sitges (Barcelona) September 2010