Harmonie – Eine Weihnachtsgeschichte

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Heraus     HH
 
 
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“Der Grosse Bauernjäger”
 
“Schachlehrer”
 
Verlag AuthorHouse TM, Bloomington (USA)
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Von Manus Patrick Fealy, gebürtiger Ire, jetzt wohnhaft in den USA
 
Frei übersetzt, ergänzt und bebildert:
Es war Weihnachtsabend. Der Weihnachtsbaum war nun geschmückt und wird etwas später in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit rücken, wenn die Weihnachtsgeschenke hektisch ausgepackt werden.
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Der Grosse Bauernjäger sitzt regungslos in seinem Sessel neben dem Christbaum.
Er verharrt in ruhiger Erwartung und wartet auf diese besondere Nacht…die Nacht, als Christus von einer Jungfrau geboren wurde….
 
 
Sie war erst erschrocken und stellte sich vor, dass sie mit einem Engel Gottes sprach.
Aber dann mit aller Bescheidenheit, nahm die Jungfrau den Plan Gottes für ihr Leben und die Rolle zur Rettung der Menschheit an.
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Der Alte Meister hatte dem Grossen Bauernjäger und dem Rastlosen Springer gesagt:
Wenn Ihr Jesus kennenlernen wollt, solltet Ihr erst einmal die Jungfrau kennenlernen, seine Mutter.”
 
 
“Wie ist ihr Name?” fragte der Grosse Bauernjäger.
 
 
“Ihr Name ist Maria,“ antwortete der Alte Meister.
Dann sprach er zu ihnen: “Wenn Ihr jemals eine Sünde begeht, sucht sie auf. Denn mit einem Wort von Maria wird sich Jesus mit seiner Gerechtigkeit zurückhalten. Denn sie ist die Mutter der Gerechtigkeit und die Königin des Himmels.
Durch sie werden Eure Gebete schnell erhört, weil Gott sie mit der Ehre für diesen Weg bedacht hat.
 
 
“Die Königin des Himmels?” zweifelte der Rastlose Springer.
 
“Ja!” bestätigte der Alte Meister.
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“Alter Meister”, fragte ihn der Rastloser Springer: “Was ist Sünde?”
Alter Meister: “Nun, ich versuche es zu erklären.
Für meine Begriffe ist es ein Mangel an Harmonie”.
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“Harmonie tranquille” gemalt von Wassily Kandisky
“Alter Meister”, fragte der Grosse Bauernjäger: “Was ist Harmonie?”
Nun, konnte man fühlen, dass der Alte Meister zu tiefgründig gesprochen hatte.
Also versuchte er es auf eine andere Weise und gab ihnen erst ihre Geschenke.
Mit den kindlichen Erwartungen bei Beiden, packten der Grosse Bauernjäger und der Rastlose Springer die Geschenke aus, und es strahlte ihnen jeweils eine herrliche Schach-Königin entgegen.
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copyright gemalt von Elke Rehder.

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Es war schon bewegend, dass der Alte Meister ihnen ein so wunderbares Präsent überreicht hatte.
Nun wollten sie ihm logischerweise auch ein Geschenk machen.
Sie erinnerten sich, dass der Alte Meister vor einigen Wochen zwei Bauern verloren hatte.
Als er es auspackte, stellte er fest, dass sich genau die beiden Bauern darin befanden, die sein Schachspiel wieder vollzählig machten.
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gemalt von Elke Rehder
Nachdem nun “Dame(n) gegen Bauer(n)” eingetauscht war(en), gab ihnen der Alte Meister mit dem wieder vollständigen Schachspiel eine Schachlektion.
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Trotzdem hatte der Rastlose Springer noch einige Zweifel und fragte ihn wieder:
“Alter Meister, was ist Harmonie?”
 
 
Somit befand er sich erst einmal in der Klemme und sprach dann zu sich selbst: “Also, wollen sie etwas über Harmonie lernen? Ich will versuchen, ihnen es mit Schach zu erklären.
“Harmonie im Schach”, sagte der Alte Meister “ist, wenn man die unsichtbaren Wege zwischen den einzelnen Figuren verbindet.”
 
 
In obenstehendem Diagramm weisen der weisse Turm und der Läufer eine gewisse Harmonie auf, weil sie das Feld “d8” überdecken.
Der Grosse Bauernjäger erwiderte: “Aber da steht ein schwarzer Springer davor, der den Weg zum Feld “d8” blockiert.”
“Ja, das ist richtig und das ist das Problem”, sagte der Alte Meister.
“Um für Deine Figuren eine wirkliche Harmonie zu erzeugen, ist es notwendig, dass Du die unsichtbaren Wege Deiner Figuren klärst und sie dann in der Lage sind zusammen zu arbeiten.
 
 
In dem vorstehenden Beispiel muss demnach der schwarze Springer von der “d”-Linie wegziehen, sagte der Alte Meister.
 
 
“Habt Ihr eine Lösung?”,  fragte er.
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Der grosse Bauernjäger und der Rastlose Springer steckten ihre Köpfe zusammen und kamen zu dem Schluss, dass die weisse Dame auf “b8” geopfert werden müsste.
Aber diese Möglichkeit, die der Alte Meister ihnen gezeigt hatte, wollten sie nicht akzeptieren.
Dieser wiederum belehrte sie:
“Das Opfer der Dame schafft die Harmonie innerhalb der Figuren.”
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Gemalt von Elke Rehder
Mal sehen, dachte der Alte Meister, ob sie ihre Lektion gelernt haben.
Also schlugen sie die weisse Dame auf “b8”, die dort Schach gegeben hatte, mit dem Springer, und somit wurde von er von “d”-Linie weggelockt.
Demzufolge hatte nun der weisse Turm seinen Weg frei.
“Seht Ihr nun die Antwort?”, fragte der Alte Meister.
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“Ja”, sagten die Schachspieler und zogen ihren Turm nach “d8”, um den schwarzen König mattzusetzen.
Aber der Alte Meister war noch nicht über den Berg.
“Heisst das, dass wir diese Königin des Himmels an den Gegner verlieren sollen?”, fragte der Rastlose Springer.
 
 
Der Alte Meister steckte nun wirklich in einer Zwangslage.
Daraufhin zerbrach er sich fast den Kopf und seine Gedanken wirbelten nur so umher.
“Nein”, antwortete er, “sie ist immer bei uns.
Das ist das Opfer, welches sie mit ihren Gebeten unserem Vater im Himmel bringt; denn ihre unendliche Liebe trägt dazu bei, dass wir uns alle  zu einer wahrhaftigen Harmonie vereinen.”
 
 
Danach waren die Schachspieler zufrieden und die Lehrstunde war vorüber.
Eine Woche verging und rund um den Weihnachtsbaum wurde es still.
Er verblasste im Licht des Neuen Jahres.
Der zarte Christbaumschmuck hing immer noch an den Spitzen seiner Zweige wie ein schüchternes Kind an der Mutter.
Er wollte eben Weihnachten nicht gehen lassen – auch nicht der Grosse Bauernjäger.
Er nahm etwas Christbaumschmuck
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und hing ihn an die neuen Schachfiguren, indem er aus einer Büroklammer einen Haken bog und somit den Schmuck an den Figuren befestigte.
Danach erhob er sich langsam, ging auf den Weihnachtsbaum zu und hängte die Königin an einen der Äste.
Der Grosse Bauernjäger sass so regungslos wie am Heiligabend in seinem Sessel. Er verweilte in ruhiger Andacht neben dem Baum und dachte über das nach, was er gelernt hatte.
Und der Grosse Bauernjäger hinterlässt uns folgende Weisheit:
Weihnachtsbäume
muss man in Ehre halten.
Sie sind dazu geschaffen,
draussen im Wind zu stehen.
Aber, wenn sie aus dem Wald abgeholzt werden,
glänzen sie nur, wenn man ihnen
einen Engel auf die Krone steckt.
D.
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Die Interpretion hierzu wäre:
 
Der Engel auf der Spitze des Weihnachtsbaumes bringt erst den eigentlichen Glanz, weil er die Verbindung zur Weihnachtsgeschichte der Bibel darstellt.
Viele Menschen sehen Weihnachtsbaum nur als nette Dekoration zum Fest:
Der Engel im Baum soll aber für die Gläubigen eine innere Einkehr bewirken
(Glanz = Erleuchtung).
 
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Sitges (Barcelona), Weihnachten 2010

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