Der Schachspieler – Ein Rückblick


Gemalt von Bezhan Shvelidze

Time Trouble Chess Play 1929

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Der Rückblick:

Früh am Morgen und mit notwendiger Eile

an seinem Schachbrett;

ein Schachfeld, auf dem zwei Meister kämpfen;

Könige, Damen, Türme, Läufer, Springer und Bauern

erfahren ein kurzes Leben dank seiner Hand und seines Geistes.

Es ist sein Schach: eine angenehme Begleitung und eine ständige Herausforderung, die Aufmerksamkeit, Studium, Opfer und Spannungen verlangen;


Gemalt von Elke Rehder

bei denen es Rückschläge gibt, gelegentlich einen Sieg, der ihn mit Hoffnungen und Erwartungen zum Erfolg erfüllt;

es ist ein Teil seiner Umwelt.

In seine Partie vertieft weiss nur er, was er fühlt:

beobachtet seinen Gegner, wägt fremde und eigene Vorsätze ab,

bewegt die lebendigen Figuren mit Strategie und feiner Empfindung,

gibt ein gelungenes Schach, dankbar für das Glück.

Die Jahre vergehen, und es ändert sich wenig;

seine Waffe ist die Geduld, der grossartig Begabte, geprägt von grauem Haar, das immer mehr wird, wobei seine Gedanken sich trüben. Er ist nicht mehr zwanzig!…..


Gemalt von Richard Earl Thompson * 1914    + 1991

Aber er schreitet weiter voran, beharrlich, sicher und entschlossen, läuft dem verflossenen Ruhm hinterher, der weit und hoch davonschwebt,

wie eine flüchtige Beziehung ….gestern hatte er sie noch, heute ist sie dahin.

Immer noch nimmt er an Turnieren teil, obwohl er kaum gewinnt;

geschweige denn von Geld zu sprechen, was nie viel war.

Wie wenig sie zahlen! Besser ist das Reisen und Spielen, solange man noch kann.


Gemalt von Alfredo Sosabravo 2008

Zum Schluss denkt er:  “Ich spielte, träumte, verlor, gewann so gut ich konnte” und umarmt sein Schach, das ihn soviele Nächte wachhält.

Vielleicht hat ihn das Spielen, Träumen, Verlieren oder Gewinnen überzeugt?


Gemalt von Elke Rehder

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gedichtet von dem Fide-Meister Lenin Guevara Ferraz, Mexiko

Sitges (Barcelona), im März 2011

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