Alexander McDonnell – der Vorromantiker

* 1798   +  1835

 

       old Belfast 1831

Der beste englische Spieler des frühen 19. Jahrhundert war ironischer Weise ein Irländer.

 

Alexander McDonnell wurde am 22. Mai 1798 in Belfast geboren und verstarb im Alter von nur 37 Jahren am 14. September 1835 in London.

Alexander McDonnells Vater und Onkel waren prominente Mitglieder des Belfaster Gesellschaft.

Beide waren Ärzte. Sein Vater Alexander war in Belfast ein bekannter Chirurg, während sein Onkel James der Mitgründer des “Fieber-Hospitals” von Belfast wurde und erhielt somit den Ruf des “Vaters der Medizin von Belfast”.

 

Alexander wurde sehr gefördert und erhielt eine ausgezeichnete Erziehung.

Im Jahre 1816 übernahm er mit 18 Jahren einen kaufmännischen Posten in der holländischen Kolonie von Demerara in Guyana auf den Westindischen Inseln.

Um 1820 wurde er Geschäftsführer des Komitees für den westindischen Handel und siedelte deshalb nach London über.

Er nahm diese Aufgabe sehr Ernst und schrieb insgesamt 6 Bücher über Wirtschaftspolitik, die ihm recht viel Geld einbrachten.

Zu jener Zeit hatte er sich intensiv mit dem Schachspielen beschäftigt, und

er wurde von dem Schachlehrer William Lewis (1787 – 1870):

 


 

  

 

 copyright chessgames.com

 

betreut, der seinerzeit als der beste Schachspieler Englands galt.

 

Diese 32 Figuren auf dem Brett hatte ihn so gefesselt, dass er diese Leidenschaft bis an sein Lebensende beibehielt..

1825 wurde er Berufsspieler.

 

  Courtesy Arqto. Roberto Pagura, Buenos Aires

Als George Walker (siehe vorstehend) 

 

den “Westminster Chess Club” (The nearby Westminster Aquarium)

 

   

 

 copyright endgame.nl

 

im Jahre 1831 gründete (ein Raum im 1. Stock eines Kaffeehauses in der Bedford-Street, Conventgarden)

 


 

 

 

 

 

 Foto Kerstin Mayer

wurde  Alexander McDonnell ein ständiges Mitglied;

dort war es ihm möglich, soviele Partien zu spielen, wie er wollte, ohne, dass ihm jemand dazwischen reden konnte.

Schnell avancierte er sowohl zum besten Spieler des Schachvereines als auch zum besten Spieler von London und somit auch von England.

 

Der “Westminster Chess Club” arrangierte eine Serie von

6 matches mit Louis-Charles Mahe de la Bourdonnais,

dem stärksten Spieler Frankreichs, der durch spekulative Investitionen viel Geld verloren hatte, so dass ihm dieser Vorschlag sehr willkommen war.

  

  Foto: chessgames.com

 

Sämtliche Spiele wurden durch William Greenwood Walker, dem ältesten Sekretärs des Clubs, aufgezeichnet.

Walker liess ein entsprechendes Buch auflegen:

 

“A selection of Games at Chess by the late Alexander McDonnell”

 

im Jahre 1836, gerade zeitig genug, ehe er selbst verstarb:


 

   

 

Jedoch stellte sich heraus, dass ein anderer Schriftsteller mit dem Namen William Lewis bereits 1935 das abgebildete Buch herausgegeben hatte:


 

 

 

Nun die Ergebnisse des Treffens zwischen McDonell und

Labourdonnais in der Zeit von Juni bis Oktober 1834.

McDonnell’s Ergebnisse waren:
Match #1 +5 -16 =4
Match #2 +5 -4 =0
Match #3 +5 -6 =1
Match #4 +3 -8 =7
Match #5 +4 -7 =1
Match #6 +5 -4 =0
Total : +27 -45 =13  

 

  

Obwohl McDonnell verlor, spielte er ein spektakuläres Schach.

 

Labourdonnais hatte wesentlich mehr Erfahrung, lange Partien zu spielen. Dies sieht man daran, dass McDonnell

gerade am Anfang der Serie haushoch verlor.

Aber er verbesserte seine Spielkraft und gewann das 2. match, wobei sein Spiel schon fast brillant wirkte.

Im 3. match stand man gleich, aber McDonnell verlor die letzte Partie.

In dem 4. und 5. match zeigte sich der Franzose doch wieder ziemlich überlegen.

Im 6. match lag er klar vorne, aber hier wurde die Begegnung abgebrochen, weil Labourdonnais eiligst nach Paris zurückkehren musste, um seine Gläubiger auszuzahlen.

Es war vereinbart, dieses letzte match zu Ende zu spielen, doch inzwischen verstarb Alexander McDonnell.

 

Trotz der zwei Siege von McDonnell sah man, dass

Louis-Charles Mahe de la Bourdonnais der bessere Spieler war, wie uns das Gesamtergebnis zeigt:

Von den insgesamt gespielten 85 Partien, gewann McDonnell

29, spielte 13 mal remis und verlor 45.

Folglich wurde la Bourdonnais als der “inoffizielle” Schachweltmeister bezeichnet.

 

Die Gesundheit McDonnell’s verschlechterte sich wesentlich nach den Anstrengungen des Duelles; sein Nierenleiden verschlimmerte sich mehr und mehr.

Letztlich konnte er nicht mehr geheilt werden und verstarb ein Jahr später in London, wo er auf dem Kensal Green Cemetery in London seine letzte Ruhe fand.

Sein Grab mit einer neuen Gedenkplatte:


 

 

  

 

 Foto: Ajedrez de Tenerife

 

Anmerkung: Kaum 5 Jahre später wurde sein Kontrahent

Louis-Charles Mahe de la Bourdonnais auf demselben Friedhof, sogar in der Nähe seines Grabes beerdigt.

 

Zum Schluss bieten wir Ihnen noch einige besondere Partien zum Nachspielen zwischen:

McDonnell – Labourdonnais, Londres  1834  (VER)

McDonnell – N. N.,  Año  1835  (VER)

McDonnell – Harrison,  Inglaterra 1830  (VER)

Labourdonnais – McDonnell, Londres  1834  (VER)

McDonnell – Labourdonnais, Londres  1834  (VER)

Anmerkung:

Leider war es uns nicht möglich, ein Bild von Alexander McDonnell ausfindig zu machen.


Quelle: Irischer Schachverband und Sarah Cohen

Sitges (Barcelona), im Mai 2011

 

Ein Gedanke zu „Alexander McDonnell – der Vorromantiker

  1. Sarah Cohen

    Even with all the added information, most of the text is a direct copy of my writing with absolutely no citation. I don’t mind if anyone copies my words, but a simple acknowledgement would go far in establishing historical credibility and integrity.
    The sketch of the Westminster Club is the older club and not the one to which M’Donnell belonged and where the famous match was played

    Antworten

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