Schach im Film: Die Diagonale des Läufers

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Zusammenfassung:

1983, Genf (Schweiz). Es geht um die Schachweltmeisterschaft, die zwischen dem Grossmeister Pavius Fromm (35) und dem gegenwärtigen Weltmeister Akiva Liebskind (52) ausgetragen wird.

Beide gehören zu der anderen Seite des “Eisernen Vorhanges”. Während Liebskind aber eine treuer Anhänger des kommunisten Systems der Sowjetunion ist, wird Fromm als ein herausragender Dissident betrachtet, der bereits 5 Jahre im Exil im Westen lebt.

 

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In diesem Film wird Schach das Zentrum einer Parabel über den Kalten Krieg (1950-1989) in den frühen achtziger Jahren. Die Übersetzung des Titels ist irreführend, da das Wort „fou“ in Französisch „ verrückt“ bedeutet; ausserdem heisst „verrückt“ der Läufer im Schachspiel, was angesichts des Filmthemas ziemlich logisch ist.


Dieser Film ist von einer sehr klaren politische Verantwortung durchdrungen, obwohl die beiden Anwärter zu der Kultur von dem gehören, was als der Eiserne Vorhang bezeichnet wird, ist Liebskind loyal gegenüber dem kommunistischen Regime der Sowjetunion, gilt als ein Veteran im Schachspiel und Held der UdSSR, eine Tatsache, die ihn gerade dazu zwingt, seinen Gegner zu besiegen. Fromm dagegen ist ein hervorragender junger Spieler und vor allem ein überzeugter im Exil lebender Dissident.
Ihre Begegnung auf dem Schachbrett zeigt die Einstellungen eines jeden Spielers nicht nur in politischer und ideologischer Hinsicht, sondern durch jede Art von Vorkommnissen während des matches, wie versteckte Mikrophone, die den „abtrünnigen“ Fromm überwachen sollen oder die Anwesenheit eines angeheuerten Parapsychologen, um die Absichten des „Dissidenten“ zu erkennen. Um dem entgegenzuwirken wird ein Guru eingestellt.

Der Streifen hat die Struktur eines Intrigenfilmes und für Schach-Anhänger einen zusätzlichen Wert:

Seine Geschichte ist inspiriert von einer wahren Begebenheit, nämlich dem Weltmeisterschaftstreffen zwischen Karpow und Kortschnoi in Baguio im Jahr 1978.
Dieser Film gewann 1985 den Oscar für den besten ausländischen Film.

Orignaltitel: La diagonale du fou

                   Direktor: Richard Dembo                

Genre: Drama

Jahr: 1984

País: Coproducción Francia-Suiza

Hauptdarsteller: Michel Piccoli (Akiva Liebskind), Alexander Arbatt (Pavius Fromm),

Leslie Caron (Henia Liebskind) y Liv Ullmann (Marina Fromm)

Eine hübsche Kombination von Akiva Liebskind (Michel Piccoli)

im Film:

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Liebskind schaut Fromm genau an, bevor er seinen taktischen Schlag ausführt….

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Schwarz zieht und gewinnt

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Die entscheidenden Züge sieht man in der 59. Minute

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Kompletter Film mit Untertiteln in spanisch

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Quelle: Ajedrezespectacular.com

Sitges (Barcelona), im Februar 2013

Ein Gedanke zu „Schach im Film: Die Diagonale des Läufers

  1. Frank Mayer Beitragsautor

    Schach.com:

    Samstag, 09. Februar 2013

    Schach im Film: Die Diagonale des Läufers M.M.

    Schach und Kultur beschäftigt sich mit dem interessanten Thema, das einst von einem Film mit Weltklassebesetzung aufgegriffen wurde. Der französische Filmstar der 80er Jahre Michel Piccoli spielt darin einen der beiden Schachkontrahenten um die WM. Eindeutige Parallelen zum einstigen WM-Kampf Karpov-Korchnoi sind zu erkennen – Eiserner Vorhang – Dissident versus linientreuer Anhänger des kommunistischen Systems. schach-und-kultur

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