NEW YORK 1924

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1924
Foto: history.navy.mil.photos

Ein Besuch von Aljechin nach New York führte zu einem Kontakt mit dem Geschäftsführer Harry Latz des Alamac Hotels

 

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The Alamac Hotel

am Neujahrstag 1924. Nach den Gesprächen dort wurde ein Super-Turnier für das Frühjahr in New York innerhalb von zwei Monaten von dem Manhattan Chess Club organisiert.

 

Hauptwettbewerber waren Weltmeister José Capablanca und sein Vorgänger Emanuel Lasker.
Lasker versuchte, aus Finnland anzureisen, aber seine Fähre blieb im Eis stecken. Der 56-jährige Emanuel Lasker verließ das Schiff und schleppte sich viele Meilen über das Eis und stapfte durch den Schnee, bis er einen Bahnhof fand. Er kam rechtzeitig mit einem Zug in Hamburg an und traf sich mit Aljechin, Bogoljubow, Maroczy, Réti, Tartakower und Yates.

 

Sie dampften mit dem Passagierschiff „Cleveland“

 

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am 28. Februar nach New York und vereinten sich dort mit Capablanca, Marshall, Janowsky und Edward Lasker. Nur Rubinstein und Nimzowitsch fehlten von den damaligen Top-Spielern.

Das Turnier wurde in zwei Runden von 6. März bis zum 18. April 1924 gespielt.

Fünfzehn Minuten vor jeder Runde wurde die Begegnung ausgelost, aber so, dass jeder Spieler nur 2mal gegen denselben Gegener antreten musste. So wurde eine „häusliche Vorbereitung vermieden“.

Ob diese Lösung gerecht war, darüber wird heute noch diskutiert.

Lasker erhielt $ 1500 für seinen ersten Platz und noch eine großzügige Entschädigung für die Aufwendungen seiner beschwerlichen Anreise. Capablanca gewann $ 1000 als Preisgeld und eine zusätzliche Kostenerstattung.

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Originalnotation von der Partie zwischen Réti und Capablanca:

 

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Die entsprechenden Kommentare von NM Hebert Pérez Garcia aus Holland

 

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wie folgt:

 

 

Réti, Richard – Capablanca, José Raúl [A15] New York

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New York, 1924

 

1. Sf3 Sf6 2.c4 g6 3.b4!? [Ein Zug, der in die Meisterpraxis von GM Aaron  Nimzowitsch eingeführt wurde.]

 

3…Lg7 4.Lb2 0–0 5.g3 [Eine andere Möglichkeit wäre, 5.e3 d6 6.d4 Sbd7 7.Le2 e5 8.0–0 etc. in Betracht zu ziehen.]

 

5…b6!? 6. Lg2 Lb7 7.0–0 d6 8.d3 Sbd7 9.Sbd2 e5 10.Dc2 Te8 11.Tfd1 a5 12.a3 h6

 

13. Sf1 c5?! [Besser war es, wie folgt zu spielen: 13…e4!? 14. S3d2 exd3 15.exd3 Lxg2 16.Kxg2 Dc8=]

 

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14. b5 [Es ist seltsam, dass sowohl Aljechin als auch andere Experten die interessante Variante: 14.Sxe5!? Lxg2 15.Sxd7 Lb7 16.Sxf6+ Lxf6 17.bxc5 dxc5 18.e4 etc. nicht erwähnt haben.]

 

14…Sf8 15.e3 [Aljechin empfahl einen Plan zu entwickeln, der sich evtl. auf die Züge: e4, Se3 y Sd5 stützte.]

 

15…Dc7 [Hier sollte auch15…S6h7!? geprüft werden.]

 

16. d4 Le4 17.Dc3?! [Genauer war 17.Dc1]

 

17…exd4 18.exd4 S6d7?! [Ein Fehlzug. Richtig war, mit 18…Se6!? zu antworten.]

 

19. Dd2 cxd4 20.Lxd4 Dxc4 21.Lxg7 Kxg7 22.Db2+! Kg8

 

23. Txd6 [Hier ist eigentlich 23.S3d2± Dc2 24.Dxc2 Lxc2 25.Lxa8 Lxd1 26.Txd1 Txa8 27.Se3± mit klarem Vorteil für Weiss angesagt.]

 

23…Dc5 24.Tad1 Ta7?! [Hier hätte man 24…Te7!? spielen sollen.]

 

25. Se3 Dh5 26.Sd4 Lxg2

 

27. Kxg2 De5? [Ein schrecklicher Fehler. Es gab hier keine andere Option, als 27…Se5 zu ziehen.]

 

28. Sc4! [Der Vorteil von Weiss ist entscheidend.]

 

Dc5 29.Sc6 Tc7 30.Se3 Se5 [30…Txe3 31.fxe3 Dxe3 32.Dd2+–]

 

31. T1d5+– und Schwarz gab auf: 1–0

 

Ein historischer Erfolg des GM Richard Réti, der somit  eine lange Periode der Unschlagbarkeit des damaligen Weltmeisters Raúl Capablanca beendete.

 

 

Die Partie zum Nachspielen:

 

http://www.chessgames.com/perl/chessgame?gid=1102101

 

Das Familienfoto:

 

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Foto: rogerpaiges.com

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Quelle: endgame.nl

 

Sitges (Barcelona), im September 2013