Der Bauer schlägt Duchamp [3.und letzter Teil]

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Von Pau Pascual

In seinem neuen Leben als Berufsspieler verlor er jedoch nicht die Freundschaften zu den Künstlern.

Eine gefilmte Szene auf dem Dach des Théâtre des Champs Elysées sehen wir Man Ray (auch ein starker Spieler) und Duchamp am Rande des Daches sitzend und eine Schachpartie spielend, bis ein Regenguss sämtliche Figuren vom Brett fegte.

 


 

Duchamp entwarf ebenso das Poster für die französische Meisterschaftschaft 1925:

 

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1927 heiratete er Lydie Sarrazin, Tochter eines reichen Industriellen.

Während der Flitterwochen im Süden Frankreichs und stets nach dem Abendessen verschwand er mit dem Autobus, um in einem Schachclub bis spät in die Nacht zu spielen. Er berührte mehr die Schachfiguren als seine Frau.

Nachdem er Tag und Nacht sich immer mehr dem Schach widmete, das seiner Gattin überhaupt nicht gefiel, kam es, wie zu erwarten war:

Nach wenigen Monaten fand die Scheidung statt.  

Ab jenem Datum nahm er je nach seinen Möglichkeiten an den wichtigsten Turnieren teil.

 

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Duchamp, 4. von links, zusammen mit den anderen Teilnehmern der

5º Meisterschaft von Frankreich 1927 in Chamonix.

 

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1928 gewann er verschiedene Turniere, unter anderem das Turnier von Hyères, wo ihm der Preis für die schönste Partie gegeben wurde.

 

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Die Herzogin Vassiliev mit den Teilnehmern der 6. französischen Meisterschaft im Jahre 1928.

Neben der Herzogin links sehen wir Alexander Aljechin, gerade Weltmeister geworden. Hinter der Herzogin Marcel Duchamp.

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Während des Turnieres in Paris 1929 spielte er wohl seine brillanteste Partie gegen Georges Kaltonowski wie folgt:

 http://www.chessgames.com/perl/chessgame?gid=1080563

Koltanowsky gab auf nach 14….Sd4, 15. Sxf8  Lxd4+, da 16. Kh1 Lxg2! gewinnt und, wenn 16. Tf2 Sxd3! auch gewinnt.

 

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Nizza 1930. Ein internationales Turnier, das von dem Nizzer Schachclub organisiert wurde.

Das Turnier gewann Tartakower (sitzend (der 5. von links). Duchamp (stehend, der 2. von links) belegte den 9. Platz.

 

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Im Jahre 1930 fand die Schach-Olympiade in Hamburg statt. Bei der Begegnung USA gegen Frankreich fühlte sich Alexander Aljechin nicht wohl, der am 1. Brett spielen sollte. Für ihn wurde Marcel Duchamp berufen, der gegen  Frank Marshall antreten musste, einer der besten Spieler jener Zeit.

 

Auf einer Postkarte sandte er an seinen Freund Pierre-Henri Roché ein Foto, auf dem stand: “Ich habe gegen Marshall remis gespielt!! Ich bin gerettet.”

 

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Vorstehend ein Bild der Teilnehmer des internationalen Turnieres in Nizza 1931.

 

Marcel Duchamp spielte gegen andere grosse Gegener wie Edgar Colle, Géza Maróczy, Jacques Mieses und André Lilienthal.

 

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Sein letztes wichtiges Turnier spielte er mit der französischen Auswahl 1933 bei der Olympiade in Folkstone.

 

Seine beste historische Elo-Zahl lag bei 2.455 im Jahre 1929.

 

Duchamp entfernte sich nach und nach dem Turnierschach und spielte vorzugsweise auf privater Ebene.

Allerdings gewann er Mitte der 30iger Jahre die erste Internationale Olympiade im Fernschach.

 

Sein Freund Jules Roché erinnerte sich an das Bild mit Pfeife, tief im Sessel sitzend, vertieft in 4 Fernschachpartien und die Züge auf 4 grossen Schachbrettern lösend, die er an der Wand befestigt hatte.

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Als man ihn bat, einmal das Schach zu definieren, formulierte er wie folgt: “Es ist ein heftiger Sport, der seine künstlerichen Beziehungen schmälert“.

Wenn ich das Schach in einem Wort zusammen fassen soll, dann ist es für mich ‚Kampf‘.

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Nachstehend noch einmal der überarbeitete Text von Chess-International wie folgt:

http://online.flipbuilder.com/dytg/nsrh/

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Zum Abschluss die ewige Ruhestätte der Familie in Rouen:

 

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 Sitges (Barcelona), im Dezember 2013

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