Spiegel der Seele

                   

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                    Schach

                         

Spiegel-der-Seele-2                                 Bild: i. 175.photopocket

                                       

“Das Schach ist wie das Leben!”, las ich neulich.

                    Dieser Satz ist sicher richtig.

Manchmal bist Du wie ein einfacher Bauer, der darum kämpft, um überhaupt dabei zu sein und allem entgegenzutreten.        

Er versucht, langsam nach vorne zu marschieren, allerdings unter grossen Mühen.

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Da kommt irgendwie ein anderer Bauer und ehe Du Dich versiehst, stehst Du schon im Abseits.

 

Ein  anderes Mal bist Du wie ein Springer,

 

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wobei Du strategische Sprünge vollbringst, ziehst von einem Feld zum anderen und versuchst, niemand auf die Füsse zu treten. Aber schon beim ersten Versehen treten sie auf Dich und Du kommst dann nicht mehr weiter.

 

Oder Du bist ein Turm, aufrecht, gehst gerade aus, sei es nun nach vorn, nach hinten oder zur Seite.

 

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Du hast ein Leben ohne Gefühlsregung, eigentlich zu transparent und vorhersehbar.

 

Der Läufer,

 

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voraneilend oder zurückschreitend in der Diagonale,  was vielen Menschen überhaupt nicht in den Sinn kommt, strategisch und geräuschlos.

 

Wenn Du die Dame (Königin) oder der König bist, dann ist alles anders.

Die Dame bewegt sich in alle Richtungen, um das ihrige zu verteidigen, ausgezeichnet!

 

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Der König geht Schritt für Schritt, wobei er natürlich intensiv darüber nachdenkt, welches  die “richtige” Richtung ist.

 

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Daraus ist zu folgern, dass das Leben zeitweise einem Schachbrett ähnelt.

 

Aber, der Unterschied ist, dass Du beim Schach genau weisst, welche Figuren sich auf dem Brett befinden, welche Bewegungsmöglichkeiten sie haben und vor allem, welchen Regeln sie sich unterordnen müssen.

                         Im Leben ist alles nur Vermutung!

 

Das Leben ist immer ungewiss, die Menschen, mit denen wir täglich zusammenkommen oder  –leben, sind nicht voraussagbar, oft wissen wir nicht, welchen Zug sie als nächsten  vollziehen.

Eigentlich lassen wir uns meistens von unserem Gefühl leiten, vergessen leicht die Zweckmässigkeit des Handelns  und ausserdem werden recht oft die Regeln gebrochen.

 

Sitges (Barcelona) im Juni 2014

4 Gedanken zu „Spiegel der Seele

  1. Burkart

    Hallo Frank,

    sicher, es gibt einige Parallelen zwischen dem Leben und dem Schachspiel, aber dass das Schach wie das Leben ist, finde ich etwas übertrieben. Im Schach gibt es keine Arbeislose, keine Korruption, nicht mal Geld…
    Würde man dem Schachspiel das Pokerspiel hinzufügen, kämen immerhin noch Aspekte wie Geld, Machtspiele bzw. Psychologie u.a. hinzu.

    Viele Grüße,
    Burkart

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  2. Katharina Neusiedl

    Ein sehr schöner Artikel, der mal eine andere Seite des Schachs und vielleicht auch des Lebens zeigt…

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  3. Frank Mayer Beitragsautor

    Lieber Herr Mayer,
    herzlichen Dank für diesen Artikel. Seit ca. 30 Jahren beschäftige ich mich schwerpunktmäßig mit diesem Thema. Das Nachdenken über „Schach ist wie das Leben“ (Spasski) oder „Schach ist das Leben“ (Fischer) haben bei mir dazu geführt, dass ich mich überhaupt mit dem Schach näher beschäftige.

    Ihr Artikel in der Ich-Form deutet darauf hin, dass Sie sich selber diese Gedanken gemacht haben und hiermit erstmals veröffentlichen (eine andere Quelle ist nicht angegeben). Ihre Schilderung finde ich interessant und gelungen. Trösten Sie sich, wenn Ihre Gedanken nicht von allen Schachspielern nachvollzogen werden können. Dies liegt jedoch nicht an Ihren Gedanken, die frei und ohne jegliche Konventionen sind.

    Haben Sie vor, Ihre unkonventionellen Gedanken auch ins Spanische zu übersetzen?
    Herzliche Grüße von Haus zu Haus
    Ihre
    Elke Rehder

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  4. Peter Dittmar

    Ich liebe Schach und ich liebe das Leben.
    Beides hat für mich nicht das Geringste miteinander zu tun.

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